Besichtigung Zementwerk Holcim in Höver

Altersabteilung Freiwillige Feuerwehr Lühnde

Am 03.07.2026 hat die Altersabteilung das Zementwerk der Firma Holcim in Höver besichtigt. Die Teilnehmer reisten mit privaten PKW an, Höver liegt ja nebenan.

Nach einem freundlichen Empfang durch den Produktmanager, Herrn Gerlach, bekamen alle Teilnehmer bei einem Einführungsvortrag schon einmal das Werksgelände mit seinen unterschiedlichen Funktionsgebäuden vorgestellt und das Produkt wurde mit seinen Bestandteilen sehr anschaulich und verständlich erklärt. Es geht hier: um Zement. 1908 nahm die damalige «Portland-Cementfabrik Alemannia» ihre Produktion in Höver auf. Heute führt die Firma Holcim den Betrieb. Der betriebseigene Grubenbereich in der Nähe liefert den Hauptbestandteil: Kalkmergel. Dieser wird fein gemahlen und bereits genau auf seine Zusammensetzung hin analysiert. Es werden ggf. Zuschlagstoffe zugemischt, um eine gleichbleibende hohe Qualität des Endproduktes zu erreichen. Dieses Rohmehl gelangt dann über mehrere Trocknungs- und Mahlstufen in den Drehrohrofen, wo es bei Temperaturen von 1450 Grad «versintert», d.h.verschmilzt. Nach der Abkühlung liegt sogenannter «Klinker» vor, dies sind harte ca. 30mm Kügelchen, die in einer Kugelmühle in unterschiedliche Feinheitsgrade vermahlen wird. Zugefügt wird unter anderem nun noch Gips. Fertig ist der Zement, um gemischt mit Kies, Sand und Wasser als Beton oder Mörtel zu festem Stein zu erhärten.

Bei einem Werksrundgang haben wir uns dann mit kundigen Begleitern alles angesehen. Vorher gab es eine Sicherheitsbelehrung und jeder erhielt einen Helm, eine Besucherweste, eine Schutzbrille und Gehörschutz.

Die Dimensionen der Gebäude, der Geräte und Maschinen waren sehr beeindruckend! Bei den tausenden Tonnen, die täglich verarbeitet werden, sind diese Abmessungen auch notwendig. (Foto 1 und 2)

Allein der Drehofen: 80m lang, 5m Durchmesser, Stahlwandung 60mm, mit Schamott ausgemauert. Wenn man unter diesem Riesenrohr steht, während es sich auch noch dreht, ist das etwas Besonderes. Durch diesen Drehofen wandert das Rohmehl, bis am Ende der Klinker entstanden ist. Am Schluss des Rundgangs haben wir noch die Leitzentrale besuchen können. Bestaunt wurde das Labor, wo die Proben aus jedem Schritt der Produktion kontinuierlich 24/7 von einem Industrieroboter zu diversen Analysegeräten hin- und herreicht wurden.

Der Betrieb legt großen Wert darauf, die anfallenden Emissionen so klein wie möglich zu halten. Im Produktionsablauf wurden wir immer darauf hingewiesen, das die Wärme, die im einen Schritt anfällt im nächsten zum Beispiel zur Trocknung eingesetzt wird. Eine Versuchsanlage zur Abscheidung von CO2 ist angelaufen, eine Vergrößerung ist geplant. Es werden nur noch sehr wenige fossile Brennstoffe eingesetzt, schon sehr lange keine Altreifen mehr, und ganz überwiegend werden nicht recycelfähige Kunststoffschnitzel («Fluff») aus der Wertstoffsammlung eingesetzt.

Damit uns der Überblick nicht verloren ging, sahen wir uns alles noch einmal von oben an: atemberaubend der Ausblick vom Dach eines ca. 60m hohen Silogebäudes. Das haben alle Teilnehmer der Altersgruppe sehr genossen, zumal es einen Personenaufzug gab…(Foto 3 und 4)

Zum Abschluss gab es noch ein Mittagessen, bei dem alle ihren Dank an die begleitenden Mitarbeiter zum Ausdruck brachten. Nach einem ereignisreichen und hochinteressanten Vormittag machten wir uns auf den Heimweg.

Gerhard Nawo

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